| Was ich noch fragen wollte | ||
| Unter dieser Rubrik, die ab und zu auch in unserem Pfarreiblatt erscheint, geben wir Gelegenheit, Fragen über unsere Pfarrei, über die Pfarrkirche, über das Pfarreileben, über Traditionen und Brauchtum und ganz allgemein über unseren Glauben an uns zu richten. Wir versuchen, auf ernst gemeinte Fragen an dieser Stelle Antwort zu geben. Fragen an: pfarramtfluelen@bluewin.ch | ||
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Warum
trägt der Pfarrer verschiedenfarbige Messgewänder im Gottesdienst? In der Kirche hatten die Farben immer schon eine ganz bestimmte
Bedeutung. Bereits in der frühen Kirche trugen die Leute nach der Taufe
als Zeichen des neuen Lebens ein weisses Kleid. Weil in der Urkirche vor
allem in der Osternacht getauft wurde und die Leute eine ganze Woche die
weissen Taufkleider trugen, bekam der Sonntag nach Ostern den Namen
Weisser Sonntag. Es war der Tag, an dem die Neugetauften ihre weissen
Kleider wieder ablegten. Später, um das Jahr 1200, wurden auch den
grossen Festtagen Farben zugeordnet. Heute haben die Farben in unserer
Liturgie folgende Bedeutung: Gold oder weiss für alle
Hochfeste, mit Ausnahme von Pfingsten. Weiss für die Oster- und Weihnachtszeit und für die Heiligenfeste von
Nicht-Märtyrern, auch für die Marienfeste (immer öfters wird für
Marienfeste auch die Farbe Blau genommen). Rot für Pfingsten, Karfreitag, Palmsonntag und für alle Gedenktage der
Apostel und Märtyrer. Violett für die Advents- und Fastenzeit, auch für Versöhnungsfeiern. Grün für die festfreie Zeit im Jahreskreis, d.h. nach der Weihnachtszeit
bis zur Fastenzeit und nach Pfingsten bis zum Advent. Schwarz (oder violett) an Allerseelen und bei Beerdigungen. Gold gilt in der Kirche als göttliche oder königliche Farbe. Weiss ist
die Farbe des Lichtes, der Heiligkeit und der Reinheit. Rot ist die Farbe
der Liebe, des Feuers, des Heiligen Geistes und des Martyriums. Violett
ist die Farbe des Übergangs, des Wartens, der Umkehr, der Versöhnung und
der Busse. Grün ist die Farbe des Lebens, der Hoffnung, des Wachsens und
des Alltäglichen. Schwarz ist die Farbe der Trauer. |
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Was
ist das eigentlich für ein Öl, mit dem die Kranken oder Sterbenden
gesalbt werden bei der Krankensalbung? Bei
der Krankensalbung wird reines Olivenöl gebraucht (im Unterschied zur
Taufe oder Firmung, wo Chrisam, eine Mischung von Olivenöl mit Balsam,
verwendet wird). Olivenöl ist ein Pflanzenöl, das aus dem Fruchtfleisch
der Olive gepresst wird. Das Krankenöl wird, wie das Chrisam, vom Bischof
in einem feierlichen Gottesdienst jeweils in der Karwoche gesegnet. Warum
gerade Olivenöl und nicht ein anderes Öl gebraucht wird, hat seinen
Grund in der grossen Bedeutung des Ölbaumes in der Bibel. Bereits im
Alten Testament wird der Ölbaum und vor allem das Olivenöl vielfach erwähnt.
Es diente nicht nur den Menschen als Nahrung, als Heilmittel, als Salbe
und als Brennstoff für das Licht, es spielte auch im Kult eine wichtige
Rolle. Die Geräte im Tempel zum Beispiel wurden vor dem Gebrauch mit dem
Öl aus der Olive gesalbt. Durch Salbung mit Olivenöl wurden aber auch
bestimmte Menschen geheiligt und zu einem besonderen Amt auserwählt, z.B.
Könige. Ölbäume können über tausend Jahre alt werden. Sie sind für
viele Menschen in Palästina eine wichtige Lebensgrundlage. Sie sind
Zeichen des Lebens und Symbole des Friedens und der Hoffnung. |
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| "Warum werden die Engel mit Flügeln dargestellt?" | ||
| Nicht immer wurden und werden Engel mit Flügeln dargestellt. Doch schon im Alten Testament der Bibel wird davon berichtet. Zum Beispiel der Prophet Jesaja sah vor dem Thron Gottes Engelwesen (Serafim) mit sechs Flügeln, die Gott anbeteten. "Mit zwei Flügeln bedeckten sie ihr Gesicht, mit zwei bedeckten sie ihre Füsse, und mit zwei flogen sie," so steht es im Buch Jesaja. - Engel sind Boten Gottes, sind unsichtbare Wesen, die von Gott zu uns kommen. | ||
| Als
Zeichen dafür, dass diese Botschafter Gottes uns wirklich blitzschnell
erreichen, tragen sie Flügel. - Durch Engel erfahren wir Gottes
Gegenwart, spüren wir seine helfenden Hände. Als Zeichen dafür, dass
Gott selber uns in den Engeln berührt und uns über Abgründe hinweg trägt,
tragen diese Helfer Gottes Flügel. - Engel sind auch da, um uns Menschen
zu beschützen. Sie sind sozusagen die ausführende Hand Gottes, die er
vom ersten bis zum letzten Augenblick unseres Lebens schützend über uns
ausbreitet. Im Psalm 91 steht: "Der Herr beschirmt dich mit seinen Flügeln, unter seinen Schwingen findest du Zuflucht." Die Engel haben Flügel, weil wir wissen, dass Flügel ein Zeichen sind für Schutz, Sicherheit und Geborgenheit. - Engel verbreiten Licht, weil sie im Licht Gottes stehen. Darum sind die Menschen, denen Engel begegnen, oft wie geblendet, manchmal sogar zu tiefst erschreckt. Licht kann man nicht darstellen, aber Lichtflammen, und diese können aussehen wie Flügel. - Engel weisen darauf hin, dass das Leben in Verbundenheit mit Gott leichter und unbeschwerter ist. Im Buch Jesaja stehen die Worte: "Die aber, die dem Herrn vertrauen, schöpfen neue Kraft, sie bekommen Flügel wie Adler." Die Engel mit ihren Flügeln geben uns einen Vorgeschmack, wie unbeschwert uns das Vertrauen auf Gottes Kraft macht. |
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| Warum wird eigentlich in der Kirche Weihrauch gebraucht? Wozu diese Luftverschmutzung? Vom Weihrauch wird es mir immer schlecht! | ||
Um den Weihrauch gibt es immer wieder Diskussionen. Für die einen Kirchenbesucher kommt er viel zu wenig zum Einsatz, andere hingegen fangen schon an zu husten, wenn die Ministranten das leere Rauchfass in die Kirche tragen. Tatsache ist, dass Weihrauch ein altbekanntes Arzneimittel ist. Weihrauch gilt auch heute noch als desinfizierend, entzündungshemmend, abschwellend und nicht zuletzt beruhigend. Er kann bei intensivem Räuchern sogar leicht berauschend wirken. |
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Damit
es aus dem Weihrauchfass so richtig raucht, braucht es zwei Sachen: Glühende
Kohle und Weihrauchkörner. Die Körner sind nichts anderes als
Harztropfen von einer ganz bestimmten Baumgattung: von der Boswellia.
Dieser Baum wächst im Süden der arabischen Halbinsel und in Eritrea.
Wenn man an seinem Stamm und an seinen Ästen die Rinde abschabt,
produziert der Baum einen speziellen Wundsaft, das Harz. Dieser Saft
trocknet an der Luft und kann leicht eingesammelt werden. |
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In
der Matthäus-Passion, die wir am Palmsonntag gelesen haben, stehen an
verschiedenen Stellen die Worte: ...damit die Schrift erfüllt werde! Ich
gehe nun davon aus, dass in Gottes Vorsehung die Erlösung durch Jesus
geplant war. Er sandte seinen Sohn in die Welt, aber diese nahm ihn nicht
auf, ja, sie hat ihn ans Kreuz geschlagen und getötet. Meine ketzerische
Frage: Was wäre denn geschehen, wenn man Jesus geglaubt und seinen
Forderungen nach Umkehr und Busse tun nachgekommen wäre? Was wäre dann
mit der Erfüllung der Schrift?? Der
verfügbare Platz erlaubt leider nur kurze, ansatzweise Antworten: Matthäus
schreibt an Leute, die aus dem Judentum kommen und will ihnen aufzeigen,
dass dieser Jesus genau in der Tradition ihrer heiligen Schriften liegt,
ja sogar alles erfüllt, was dort über den Messias vorausgesagt war.
Diese Prophezeiungen waren in diesen Schriften (sinngemäss) so überliefert,
wie sie die Evangelisten zitieren. Jesus ist ganz konsequent seinen Weg gegangen, so wie er ihn nach intensivem Gebet als richtig empfand, und hat das getan, was er im Gebet als Wille seines Vaters im Himmel spürte. Er musste darum - bei so vielen vorgefassten Meinungen über den kommenden Messias und über die Auslegung der Schrift - unweigerlich auch Anstoss erregen. Was passiert wäre, wenn man ihm geglaubt hätte, kann ich auch nicht beantworten, doch ich bin überzeugt, dass Gott schon etwas eingefallen wäre, um uns auch dann Erlösung und Leben in Fülle zu ermöglichen. |
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Wer
entscheidet, welche Bibeltexte jeweils in den Sonntagsgottesdiensten
vorgelesen werden? |
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| Was
ist eigentlich Myrrhe? Die Sterndeuter aus dem Osten brachten dem Kind in der Krippe Gold, Weihrauch und Myrrhe. Während Gold und Weihrauch uns sehr wohl bekannt sind, ist uns die Myrrhe eher fremd. Myrrhe ist das fahle, gelbe Harz eines Strauches, der in Somalia, Äthiopien und Arabien wächst. Dieses duftende Harz war sehr begehrt zur Herstellung von Parfüm, Salböl oder Gewürz. Es wurde auch als Wohlgeruch bei der Bestattung von Toten verwendet. Zudem diente es als betäubenden Zusatz zum Wein. In der Bibel wird die Myrrhe recht häufig erwähnt. |
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Für jeden Beruf und auch
für spezielle Dienste gibt es einen Patron. Haben Ministranten auch einen
zuständigen Heiligen? Ja, es ist der Heilige Tarzisius. Tarzisius hat
vermutlich in der 2. Hälfte des 3. Jahrhunderts gelebt. Er soll früh seine
Eltern verloren haben und von einem Onkel erzogen worden sein. Die Legende
erzählt, dass er als 15jähriger Knabe von Römern erschlagen wurde, als er
mit der Heiligen Kommunion unterwegs zu Kranken war und sich weigerte,
diesen heidnischen Männern die eucharistischen Gaben herzugeben. Eine
spätere Legende erzählt, dass er von Spielkameraden, die gegen ihn
aufgehetzt worden waren, zu Tode geprügelt wurde. Der Name Tarzisius
bedeutet: der Mutige. Wir feiern seinen Namenstag am 15. August. Übrigens: Am diesjährigen Mini-Fest in Aarau war der
grösste Ministrant, den es je gab, zu sehen, und der heisst auch Tarzisius.
Er wurde aus Bronze gegossen, ist fünf Meter hoch und wiegt über zwei
Tonnen. Diese grosse Skulptur wird nach dem Minifest nach Zwischenhalten
in Einsiedeln und St. Gallen im Jahr 2010 nach Rom zum Grab des Heiligen
Tarzisius gebracht. |
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