Ehemalige Hafnerhäuser
Hafnerei beim Schloss Rudenz
Die erste bekannte Hafnerei war diejenige von Meister Heinrich Buchmann. Der Hafnermeister war von 1588 bis zu seinem Tode im Jahre 1627 tätig. Die Hafnerei lag in einer Schmiede, nahe beim Schloss Rudenz, im Mündungsbereich der oberen Bachthale. Von Heinrich Buchmann stammen nach Helmi Gasser die Mehrzahl der im Kanton erhaltenen Öfen mit grünglasierten Reliefkacheln mit alttestamentlichen Gestalten und Allegorien der fünf Sinne (Signatur: MHB). Eventuell hat der seit 1625 belegte Marti Trüb diese Werkstatt übernommen. Das Areal wird um 1645 vom Schlossbesitzer Johann Heinrich Zum Brunnen gekauft.

Hafnerei im Oberdorf
Um 1645 wird im Oberdorf eine Hafnerwerkstätte mit Haus im Oberdorf errichtet, auf der Bergseite im Bereich des "Gitschli". Das Wohnhaus stand an der Strasse, die Brennhütte weiter hinten gegen den Berg. Als Hafnermeister waren tätig: Georg Gärtner (um 1650); Felix Blum (1671-1676), Johann Sebastian Gärtner (zweite Hälfte 17. Jhdt.); Johann Jacob Dormann(um 1690). Noch 1858 besteht auf der Liegenschaft (HB 62/58) die Brennhütte des Hafners Jakob Josef Muheim.

Ziegelhaus oder äusseres Hafnerhaus
Das Haus ist 1736 erstmals belegt. Es wird meistens "weisses Haus" genannt. Ursprünglich war hier eine Ziegelei, später eine Hafnerei. Nach Helmi Gasser hatte hier der Hafner Johann Wilhelmus Clausius von Sinzheim aus der Pfalz seine Werkstätte. Er ist in Flüelen 1732 nachweisbar und starb im Jahre 1766. Von ihm sind zahlreiche grünglasierte Ofenfragmente, teils mit Reliefformen, teils in Titztechnik erhalten. In der Folge sind folgende Hafnermeister tätig: Georg Christoph Hön (aus Franken, seit 1777, + 1815); Franz Josef Infanger (seit 1787). Seine Öfen sind durch weisse Friese mit fein gemalten Landschaftsveduten gekennzeichnet. Es folgt Joseph Infanger (ab 1788, + 1811), dessen Öfen mit volkstümlichen Verzierungen versehen sind. 1819 übernimmt Hafner Balthasar Anton Joseph Bachmann aus Luzern die Werkstatt im Ziegelhaus. Er ist bis 1839 als Hafner und Geschirrbrenner nachweisbar. Es folgen Hafner Kilian aus Zug (1845/46), Hafner Joseph Sidler aus Zug (1848) und Hafner Joseph Vogel aus Eschholzmatt. Im Jahre 1855 erwarb Ferdinand Knoerr aus Luzern, der Inhaber der gleichnamigen Dampfschiffgesellschaft, das Ziegelhaus, um eine Brennholzhütte anzulegen. Das Haus blieb bis 1935 in seinem ursprünglichen Zustand und wurde dann umgebaut. Es wurde um eine Festerachse verlängert und aufgestockt und erhielt ein neues Mansarddach. Das Ziegelhaus wurde Ende des 20. Jahrhunderts abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.

Inneres Hafnerhaus
Das innere Hafnerhaus (HB 87) hat Anstoss an das untere Hafenbecken. Um 1800 sind Alois und Marti Infanger Eigentümer, 1826 Hafner Johann Josef Muheim. 1854 wird die Liegenschaft von Friedrich Knörr, Luzern, zur Anlegung eines Schutzhauses für seine Dampfschiffe angekauft. 1855 wird die Liegenschaft vom Kanton zum gleichen Zweck gekauft. 1863 wird das Haus bei der Anlegung der Axenstrasse abgebrochen.

Literatur
Gasser Helmi, Die Kunstdenkmäler des Kantons Uri, Band 2, S. 120 f
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Fotos:
© Staatsarchiv Uri, Sammlung Bilddokumente.


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