| Wildtiere | |
| In den steilen Waldpartien des Gruonwaldes leben Rotwild, Rehe, vereinzelt Gämsen, Wildhasen und Füchse. | |
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Rotwild
Der Rothirsch ist das grösste auf Flüeler
Gemeindegebiet lebende Wildtier. Die majestätischen Tiere waren in Uri
(mit Ausnahme von Ursern) ausgerottet. Als im Herbst 1923 sich erstmals
wieder ein Rothirsch im Urnerland zeigte, erntete der seltene Gast nebst
Bewunderung solche Aufmerksamkeit, dass er von der Arbeiterschaft der
Munitionsfabrik in Altdorf zu Tode gehetzt wurde. Der Hirsch kam unglücklicherweise
in dem Moment in Richtung Fabrikgelände, als die
Arbeiterschaft am Mittag aus dem Fabriktor strömte. Der Hirsch flüchtete
und verfing sich auf seiner Flucht vor der Arbeiterschaft in einem Gebüsch. Durch Vermittlung des Bündner Patentjäger-Vereins gelangte der Urner Jägerverein im Jahre 1951 an das Justiz- und Polizeidepartement mit dem Gesuch um Lieferung einer Gruppe von Hirschwild. Es war der Wunsch des Urner Jägervereins und der kantonalen Polizeidirektion, diese Tiere im kantonalen Jagdbanngebiet auszusetzen, um damit allmählich eine Hirschkolonie zu gründen. Der Kleine Rat des Kantons Graubünden beschloss sodann, dem Urner Jägerverein schenkungsweise fünf Hirsche zur Aussetzung im kantonalen Jagdbanngebiet zu übergeben. Die Hirsche wurden sodann im Kanton Graubünden eingefangen. Ein Tier erwies sich so zahm, dass es in den Tierpark Goldau verbracht werden musste. Ein zweites Tier wurde krank und musste abgetan werden. Die restlichen drei Hirsche wurden im Wylerwald in Erstfeld ausgesetzt. In der Folge konnte sich der Hirsch in Uri derart entwickeln, dass der Bestand Ende des 20. Jahrhunderts in Uri knapp 800 Tiere umfasste. |
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Rehe
Der Urner Jägerverein führte zwar Rehe im Briefkopf, doch
liessen sich diese Tiere auf dem Gebiete des Kantons Uri höchst selten
blicken. Die Jagdverordnung von 1887 widerspiegelte diese Seltenheit indem
sie festhielt, dass für Rehe, "falls sich solche im Kanton
zeigen" sollten, keine offene Jagdzeit bestehe, sondern die Jagd auf
dieselben das ganze Jahr verbot. Im Jahresbericht 1926 über die
Handhabung der Wildhut wurde sodann festgehalten, dass sich der Rehbestand
in den Reservaten neu entwickelt habe, und die Rehe "nun so ziemlich
Standwild" geworden seien. |
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Wildschweine
- seltenste Gäste
Wildsäue verirrten sich 1928 und 1948 in Uri. Die letzte Wildsau wird im Dezember 1948 im Reussdelta, im Gebiet des "Linken", angeschossen. Das wildgewordene Tier irrt umher, zerreisst Beim Bahnhof Altdorf einem Bahnarbeiter die Hosen und erhält in der Nähe von Erstfeld einen weiteren Schuss. An der Hatz beteiligen sich nun auch Neugierige mit Schaufeln und Pickeln. Beim Bahnhof Altdorf kann das erschöpfte Tier schliesslich von einem Jäger aus kurzer Distanz zur Strecke gebracht werden. |
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Ausgestorbene Tiere
Die kantonale Jagdverordnung von 1887 erklärte einige Tiere für schädlich, legte Abschussprämien fest und erlaubte die Jagd auf Bären, Wölfe und Luchse sogar an Sonntagen. Die Sonntagsruhe wurde durch diese Bestimmung allerdings nicht gross gestört, denn diese Tiere waren im Urnerland schon längst ausgerottet. Die letzten Abschussprämien sollen sich angeblich 1770 der Jäger Balz Jauch für einen im Isenthal erlegten Wolf und Johann Tresch in Silenen für zwei im Juli 1826 im Etzlital geschossene Bären abgeholt haben. Von der Jagdordnung geächtet war auch der Fischotter, welcher anfangs des Jahrhunderts im Urnerland noch vereinzelt aufgetreten war. |
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