Samichlaus

Neben der Fasnacht organisiert die Fidelitas auch den Samichlausbrauch. In Flüelen besucht und beschenkt St. Nikolaus in rotem Gewand mit seinen beiden Schmutzlis um den 6. Dezember nicht nur alle Flüeler Kinder, sondern alle Haushaltungen.



St. Nikolaus als Schutzpatron
Bis zum Bau der Axenstrasse 1865 war der Kanton Uri nebst schmalen Fusswegen auf beiden Flanken vor allem auf dem Urnersee zugänglich. Die Schiffahrt hatte somit für den Kanton Uri eine grosse Bedeutung. Der Seeweg war jedoch bei Sturm und schlechtem Wetter sehr gefährlich. Bedeutender Hafenort war Flüelen, von wo aus die Gotthard-Postkutsche seit 1830 über den Gotthard nach Italien führte. Die Pfarrkirche unmittelbar am See stand deshalb in besonderer Beziehung zum heiligen Nikolaus, dem Schutzheiligen der Seefahrer. Die im Jahre 1664 eingeweihte Kirche hatte den heiligen Georg zum Schutzpatron; einer der drei Altäre war dem heiligen Nikolaus geweiht. Im frühen 19. Jahrhundert bürgerte sich dann für die Pfarrkirche die Bezeichnung "St. Georg und Nikolaus" ein. In einem Deckengemälde ist die Schutzfunktion für den Hafenort Flüelen und die Schiffsleute bildlich dargestellt. Nikolaus thront auf einer Wolke und ist von zwei Begleitengeln umgeben. Einer trägt die Attribute des Heiligen, das Buch mit drei goldenen Kugeln, der grössere Engel hält die Kirche Flüelen in den Händen. Darunter tobt ein Sturm auf dem See, dem ein Nauen voller Menschen preisgegeben ist. Erhalten ist auch die 192 Zentimeter grosse, epistelseitige Flankenstatue des ehemaligen Hochaltars, welche um 1665/70 hergestellt wurde.


Samichlaus-Figur in der Künstler-Werkstatt von Toni Walker, Flüelen.

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