Flüeler Chilbi

Die Herbstzeit ist traditionelle Chilbizeit. Die meisten dieser Feiern gehen auf die jährliche Erinnerungsfeier der Kirchweihe zurück. Früher nahm die Chilbi im Urner Festkalender eine zentrale Stellung ein. Ihre Attraktivität wurde denn auch in mehreren Urner Volksliedern besungen. Das Urner Volkslied "Mäitäli, wenn dü witt ga tanzä" brachte es auf den Nenner: "Sunntig isch scho mängisch gsyy, und uf dryymal hundert Wärchtig darf scho äinisch Chilbi syy!" Das immer grössere Unterhaltungsangebot brachte die zentrale Stellung der Chilbi in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ins Wanken. In Flüelen ist die Chilbi im Laufe der Zeit jedoch zu einem eigentlichen Volksfest geworden.

Die Kirchenweihe wurde im 15. Jahrhundert am Georgstag (23. April) gefeiert. Anfangs des 20. Jahrhunderts, als in Flüelen die Alte Kirche noch als Gotteshaus diente, wurde die Flüeler Chilbi Mitte November abgehalten und fiel meistens mit der Altdorfer Chilbi zusammen. Dieses Datum entsprach tatsächlich dem Gedächtnis der Kirchweihe, welche am 16. November 1664 stattgefunden hatte. Heute fällt die Flüeler Chilbi auf den letzten Sonntag im September. Bischof Georgius Schmid von Grüneck hatte jedoch die feierliche Konsekration am 6. August 1912 vollzogen. Die Flüeler Chilbi ist somit zum Datum der Kirchweihe fast zwei Monate nach hinten gerückt.

Auf dem Parkplatz Seematte herrscht am Chilbi-Wochenende grosser Budenbetrieb. Die Dorfvereine warten mit verschiedenen Attraktionen auf, von der Kaffeestube mit Frühschoppenkonzert bis zur Mini-Playback-Show an der Zigani Chilbi. In den Restaurants wird die Urner Spezialität "Chaabis und Schaaffleisch" serviert. Zur Kirchweihzeit zogen früher auch die Chrapfäbuäbä von Bauernhaus zu Bauernhaus. Vor der Türe gingen sie in die Knie und bettelten mit verstellter Stimme um Krapfen (1).



Literatur:
1) Flüelen, S. 54.

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Home:
www.fluelen.ch
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